Samojeden-Welpen D-Wurf 2010

Keine Welpen für unsere Baju von Vanderbilt’s Boy Thunder “Wanja”

Nachdem wir diese sehr unerfreuliche Erfahrung machen mussten, sehen wir uns veranlasst, nachfolgenden wahren Bericht über den Deckakt zwischen Vanderbilt’s Boy Thunder “Wanja” und Bodenca’s Baju von Barendorf allen Interessierten zugänglich zu machen. Wenn er dazu verhilft, auch nur einer anderen Hündin das Erlebte zu ersparen hat er seinen Zweck erfüllt.

Sonntag den, 17. Januar 2010: Baju ist läufig und wir sind also in der Startphase um unseren Traum von einem letzten Wurf Samojeden zu verwirklichen.

Nachdem Frau Dr. Kull als Fertilitätsspezialistin nach etlichen Untersuchungen zum richtigen Deckzeitpunkt am 30.1.10 das o.k. zum Decken gab, informierten wir Andrea Eicher.

Das erste Mal sollte Baju gemäss Frau Dr. Kull am 31.1.10 gedeckt werden. Arctic Aivik war an diesem Wochenende in Saignelegier am Start. Daniel Obrist, der Mitbesitzer von Wanja, befand sich am 31.1.10 den ganzen Tag am CSI in Zürich. So kam es, dass der Rüde uns erst um 20.00h zum Decken zur Verfügung stand. Wir trafen uns also auf dem Grundstück der Familie Eicher. Wanja und Baju begrüssten sich stürmisch und spielten Katz und Maus miteinander. Nach kurzer Zeit erlosch das Interesse von Wanja und wir beschlossen, erst mal einen Kaffee zu trinken. Die Hunde wurden im Aussenbereich getrennt und hatten Gelegenheit, sich aus zu ruhen.

Nach der Pause führten wir die Tiere wieder zusammen und es dauerte nicht lange, bis die Hochzeit vollzogen war. Die Tiere hingen ca. 10 Minuten und alle gingen anschliessend ihres Weges.

Am Montag den 1.2.10 holten Andrea und ich Wanja in seinem Zuhause in Riniken ab und fuhren mit den Hunden zu E. Honegger nach Habsburg, wo der 2. Deckakt vollzogen werden sollte. Wanja soll ja nicht mehr in seinem Zuhause decken weil er danach 2 Wochen lang nach der Hündin jammern würde.

In Honegger’s Aussengehege führten wir Wanja und Baju wieder zusammen und warteten gespannt auf das weitere Geschehen. Zuerst wurde wieder gespielt und Baju stellte sich dem Rüden perfekt. Wanja jedoch schien sich nicht sicher zu sein, ob er nun auch wirklich seinen Part wahrnehmen sollte. Beide übten eine geraume Zeit den Akt – zum Decken jedoch kam es nicht.

Also auch heute wieder eine Kaffeepause damit die Beiden sich besinnen konnten. Wanja wurde in Andrea’s Auto in den Varikennel gepackt, in dem vorher Baju gereist war. Baju durfte mit ins Haus und bei uns bleiben.

Nach erfolgter Pause führten wir die Hunde wieder zusammen. Da geschah jedoch etwas völlig unerwartetes. Wanja umgarnte Baju die sich wieder perfekt stellte. Solange alles spielerisch war hatten beide ihren Spass. Wenn jedoch Wanja Baju bestieg, ging sie auf ihn los und versuchte ihn zu vertreiben. Ich traute meinen Augen nicht! Noch nie in all den Jahren hatte ich meine sanfte und zu allen Tieren freundliche Baju so ausser sich gesehen. Sie knurrte und biss und Wanja verlor dabei auch ein paar Haare.

Kaum jedoch herrschte zwischen den beiden ein gewisser Abstand, stellte sich Baju wieder und forderte Wanja auf, seinen Part zu erledigen. Er wiederum versuchte sein Bestes war aber – und das gemäss Bestätigung von Esther Honegger und Andrea Eicher anders, als sie es von ihm gewohnt seien. Er sei sonst viel stürmischer und feuriger.

Nachdem ich bereits beschlossen hatte, die Uebung ab zu brechen und am Dienstag nochmals zu wieder holen sahen wir, wie Wanja Baju zu decken schien. Er vollführte seine typischen Bewegungen mit den Füssen. Wir machten uns bereit, zu den Beiden hin zu gehen um sie daran zu hindern, sich zu trennen. Doch es gab nicht’s zu helfen da sich die Beiden schon wieder getrennt hatten. Hündin und Rüde putzten sich wie wenn der Akt ausgeführt worden wäre. Wir machten grosse Augen und diskutierten, was denn nun wohl Sache sei?!

Man konnte nur raten, ob denn wohl eine Samenerguss statt gefunden habe.

Nachdem sich beide fertig geputzt hatten glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Wanja war wieder an Baju interessiert und überlegte offensichtlich, ob er ev. nochmals arbeiten müsste. Baju schien etwas zu vermissen, sie setzte sich wiederholt hin und schaute immer wieder nach, ob da nicht etwas an der Scheide hinge. Auch Wanja schien zu wissen, dass sein Part nicht richtig erfüllt war und versuchte wiederholt sich Baju nochmals zu nähern. Die jedoch wies ihn aufs heftigste zurück und wir beschlossen, es für den heutigen Tag zu beenden.

Am Dienstag den 2.2.10 sollte ein nochmaliger Versuch statt finden. Dazu kam es jedoch gar nicht mehr. Andrea Eicher rief mich am Vormittag an und sagte, Wanja ginge es schlecht, er müsse dauernd erbrechen, was er jedes Mal nach dem Decken mache, aber dieses mal habe es auch Blut im Erbrochenen und er müsse als Notfall zum Tierarzt. Ich ging natürlich davon aus, dass dies umgehend geschehen würde. Bei meinem Tier wäre es jedenfalls so umgesetzt worden. Der Termin für Wanja war dann laut Daniela Amsler-Obrist aber erst am Nachmittag – und das als NOTFALL!

Also abwarten was der TA meint. In der Zwischenzeit telefonierte ich mit Frau Dr. Kull um das weitere Vorgehen zu besprechen. Sie sagte, dass die Medis die Wanja bekommen würde keine Einschränkung zum Decken bedeuteten und wir allenfalls gegen Abend den nächsten Versuch starten sollten. Ansonsten käme auch ein Termin in der Praxis in Frage um Wanja Sperma abzunehmen und Baju einzuführen.

Gegen Abend rief wieder Andrea Eicher an und teilte mir folgendes mit:

Zitat Anfang

„Du kannst es vergessen – Wanja hat einen vegetativen Zusammenbruch erlitten und muss in die Kur. Er wird nie wieder Decken und es wird auch kein Gefriersperma im Tierspital geben.“

Zitat Ende

Mit dieser Aussage war das Thema für Andrea Eicher erledigt. Die gängige und anerkannte Praxis, innerhalb von 48 Stunden die Hündin zweimal inkl. Hängen zu belegen, fand also nicht statt.

Diese Aussage machte mich wütend. Hatten wir doch keinen Aufwand und keine Kosten gescheut, um Baju am perfekten Tag Wanja zu zu führen. Dieses Vorgehen ist für beide Tiere die schonendste Art zu Decken. Die Worte „du kannst es vergessen“ sind nicht nur gefühllos sondern unzumutbar. Denn ist die Sachlage doch so, dass wir einen gültigen Deckvertrag abgeschlossen haben in dem uns bestätigt wird, dass Wanja ein gesunder Rüde sei. Dass dies definitiv nicht der Fall war, zeigt ganz klar die Aussage, dass der Rüde schon immer Probleme hatte. Ein Deckrüde muss wesensstark und körperlich gesund sein. Wanja jedoch musste nach jedem Deckakt aufgepäppelt werden!!!! Seine psychische Konstitution ist keinesfalls dazu geeignet, Hündinnen zu geführt zu werden. Nach mehrfachen Telefonaten mit der Familie Obrist bei denen ich mich nach dem Befinden von Wanja erkundigte wurde mir gesagt, dass es Wanja besser gehe und er mit 6 kleinen Mahlzeiten pro Tag wieder langsam munterer werde.

Leider ist unter Züchtern Ehrlichkeit nicht gross geschrieben. Wir sind der Ansicht , dass Andrea Eicher den Rüden aus der Zucht hätte nehmen müssen. Damit stehen wir bei weitem nicht alleine da. Bei meiner Nachfrage für ihn als Deckrüde erwähnte sie mit keinem Wort, dass Wanja solche Probleme hat. Wir hätten uns dann umgehend neu orientiert und mit Sicherheit einen anderen Rüden gewählt.

Wie Andrea genau wusste, war diese Wurfplanung mit Baju unsere Letzte. Wir haben auch nicht die Möglichkeit, das Ganze bei der nächsten Läufigkeit zu wieder holen. Baju wird nämlich im Sommer 2010 sechs Jahre alt und im Winter wollen wir keine Welpen aufziehen. Aus Rücksicht auf das Alter der Hündin lehnen wir eine erstmalige Trächtigkeit zu einem späteren Zeitpunkt ab.

Ein weiterer Versuch die Hündin mit Wanja zu belegen wäre zudem unzumutbar. Das Risiko eines erneuten Zusammenbruchs von Wanja sowie eines weiteren Leerbleibens der Hündin ist unzumutbar!!! Und gemäss Aussage von Andrea sowieso nicht mehr möglich.

Womit dann der Deckvertrag auch in dieser Hinsicht nicht erfüllt wäre.

Zu erwähnen ist auch, dass Andrea bis heute den Deckakt auf der Update-Seite von Arctic Aivik nicht gelistet hat. Vergessen hat sie dies wohl kaum, es scheint eher, dass sie sich spätere Fragen zu dieser Verpaarung ersparen möchte. Auch auf der Deckrüden Seite von Arctik Aivic ist Wanja immer noch aufgeschaltet.

Ebenfalls ist bis heute kein Wort des Bedauerns gefallen. Was davon zu halten ist – jeder kann sich seine Meinung dazu selbst machen. Schweigen ist auch eine Art der Kommunikation!!!!

Wir sind überaus enttäuscht über das Geschehene. Hätten wir doch von Arctik Aivik uns gegen über so ein Verhalten nicht erwartet. Als praktisch Nachbarn froh, wenn Hilfe von Nöten war die dann auch gerne gewährt wurde, sind wir sehr enttäuscht von dieser züchterischen Fehlleistung. Wir finden es unerhört und rücksichtslos auch Wanja gegenüber, einfach auf gut Glück zu versuchen, ob es funktioniert.

Wir werden sehen, ob unsere Baju, die genau gerochen hat, dass Wanja Stresshormone im Uebermass ausgeschüttet und kurz vor dem Zusammenbruch war und somit alles andere als gesund ist, uns nochmals das Glück beschert, einen Wurf dieser wunderbaren Tiere aufziehen zu dürfen.

Wir wissen mit Sicherheit, dass wenn eine Hündin von Andrea Eicher betroffen gewesen wäre, dies eine Reaktion ausgelöst hätte, die sich sehr deutlich von der Unseren abheben würde.

Auch Frau Dr. Kull zeigte ihr Unverständnis sehr deutlich. Ihr ist auch aus anderen Ländern bekannt, wie unsauber der Informationsfluss betreffend der Gesundheit der Tiere von statten geht. Sie bedauerte sehr, dass ausgerechnet wir benutzt wurden zu testen, ob sich Wanja’s psychische Stabilität verändert hat. Eine verantwortungsvolle Züchterin hätte vorgesorgt und im Tierspital Zürich einige Portionen Sperma einfrieren lassen. So hätte man wenigstens den Haltern der Hündin die Möglichkeit geben können, diese Notlösung zu benützen. Selbstverständlich wären diese Kosten zulasten des Deckrüden gegangen. Dies die Meinung von in diesem Gebiet der Tierheilkunde spezialisierten Medizinern.

Dienstag, den 22.2.10. Wir fahren zu Bessys Kleintierklinik in Regensdorf für eine Ultraschalluntersuchung. Das Resultat war niederschmetternd, Baju ist leer. Diesen Befund muss man erst einmal verarbeiten.

Also wieder nach Hause. Das Telefon klingelt. Ich sehe dass Andrea mich anruft. Welch ein Zufall?! genau am 22 Tag der eventuellen Trächtigkeit. Ab diesem Datum kann man an der Scheide der Hündin Schleim austreten sehen womit dann klar ist, dass Babys unterwegs sind. Ich habe aber keine Lust mit Andrea zu sprechen, sie hat die letzten 21 Tage ja regelrecht vermieden uns zu kontaktieren. Andrea versucht täglich mehrmals uns anzurufen. Ich lasse es klingeln. Bei uns an der Haustüre zu klingeln wäre ja auch eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme (es sind ca. 500m Wegstrecke) – aber ich denke, sie weiss schon, dass das Geschehene ein Nachspiel haben wird. Am 2. März dann eine Email von Daniela Amsler, dem Frauchen von Wanja – ob Baju trächtig sei möchte sie wissen. Sie erwähnt auch noch, dass es Wanja wieder besser gehe und er sich von “Stress erholt habe. Circa 3 Stunden später wieder eine Mail. Diesesmal von Andrea. Auch sie möchte endlich wissen was Sache ist. Die Ungewissheit macht sie nervös. Wir geben keine Antwort da wir am 4.3. nochmals einen Termin für Ultraschall haben.

Nun ist es also soweit, es ist der 4.März und wir sind beim Spezialisten für Radiologie zum Ultraschall. Es ist deprimierend – Baju ist leer.

Gleichentags bekommt Andrea von uns eine Mail mit der Info und etlichen Vorwürfen über ihr Verhalten, Unwahrheiten und noch einigem mehr.

Eine Geschichte die der Züchterin Andrea Eicher mit Sicherheit nicht zu Ruhme gereicht. Als Züchter hat man die Verpflichtung, nur gesunde Tiere zu vermehren. Der Einsatz eines mit solchen Problemen behafteten Deckrüden entbehrt für uns jeder züchterischen Verantwortung. Nicht zuletzt geht alles zulasten der Tiere – auch derer – die gezeugt werden sollten. Zudem haben die Welpenkäufer Anrecht auf einen mit bestem Wissen der Züchter geplanten Welpen. Wir Verhalten uns dementsprechend und sind fälschlicherweise davon ausgegangen, dass dieser Ehrenkodex eingehalten wird.

Wir sind sehr sehr traurig darüber dass Baju keine Welpen haben darf. Unverständnis zeigen wir auch über die fehlende Ethik in Zusammenhang mit Lebewesen die ja bekanntlich des Menschen beste Freunde sind. Zu aller letzt ist uns selbstverständlich bewusst, dass immer die Möglichkeit besteht, dass eine Hündin leer bleibt. In diesem Fall jedoch sieht die Sache etwas anders aus.

Als letztes ist zu sagen, dass wir bis zur Publikation dieses Artikels am 7.3.10 um 20.00h keine Reaktion von Arctic Aivik bekommen haben. Totschweigen ist auch eine Reaktion – nur über das Niveau brauchen wir dann nicht mehr zu diskutieren!

- 07.03.10 Jeannette + Hansruedi Pulfer, Ivory Samoyed of four winds