Züchtet der Zufall oder sind FCI Hunde das Resultat einer langen Zuchtplanung?
Sonntag, 25. März 2012Interessantes gab es zu lesen in der neuesten Ausgabe eines Klubheftes. Funktionäre schrieben über die Arbeitsbelastung des (selbst erstrebten) Amtes und Zuchtwarte liessen sich erstaunlich offen über die herrschenden Missstände innerhalb der Züchtergemeinde aus.
Als erstes zur Arbeitsbelastung einer Zuko-Präsidentin. Wenn man sich in Form eines Putschbriefes an die Mitglieder in diese Position hoch katapultiert sollte man sich anschliessend nicht über den Arbeitsanfall beklagen. Denn wenn Frau sich nicht gewisse Vorteile davon versprochen hätte wäre wohl keine Kandidatur erfolgt nicht wahr? Also gilt es die Prioritäten ab zu wägen und zu entscheiden ob man der Last noch gewachsen ist und weiter hin seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte. Alles andere ist überflüssig und dient höchstens dem persönlichen Frustabbau.
Geplante und ungeplante Deckakte sind das Handwerk der Züchter. Wenn jedoch über ungeplante Deckakte moniert und die Züchter abgemahnt werden müssen doch besser auf zu passen stellt sich die Frage, ob der Züchter sein Handwerk auch beherrscht. Klar ist, dass jeder weiss dass ein Zusammensein von läufiger Hündin und deckbereitem Rüden mit allen Mitteln verhindert werden muss sofern die Hündin nicht gedeckt werden soll. Wenn nun von offizieller Seite auch dieser Aspekt diskutiert wird und die notwendigen Vorsichtsmassnahmen im Einzelnen aufgeführt werden dürfen Zweifel an der Fähigkeit dieser „Züchter“ angebracht werden. Aber passiert ist passiert und nun sollen die Welpen auch FCI-Papiere bekommen. Dafür gibt es ja Sonderbewilligungen, Ausnahmen und die Reglemente können auch noch etwas gedehnt werden – am Schluss geht die Rechnung für alle auf. Der Klub bekommt seine Taxen und der Züchter verkauft seine Welpen mit Papieren. Ob damit der Rasse gedient ist – diese Frage lassen wir hier offen. Auf jeden Fall sind diese Welpen keinesfalls das Produkt einer verantwortungsvollen Zuchtplanung. Die Welpenkäufer haben davon keine Ahnung und wissen nicht, dass sie eigentlich ein Zufallsprodukt erwerben – ohne dass genetisch abgeklärt wurde ob die Verpaarung optimal ist und die Tiere auch exterieur mässig passen! Es wäre falsch zu denken dass alle Züchter sich so verhalten, nein keineswegs, es gibt sie die verantwortungs-vollen Züchter die sich auch wirklich um die Rasse bemühen und dafür Sorge tragen, dass genau solche „Zufallswelpen“ nicht passieren. Nur muss man als Welpenkäufer etwas kritischer hinter die Fassade bzw. Homepage schauen damit man die Wirklichkeit erkennt.
Zur Zuchtplanung gehört auch die wichtige Tatsache der Gesundheit der Tiere. Wir persönlich konnten die Erfahrung mit der Ehrlichkeit der Züchter machen. Nachdem wir uns beim Klub beschwerten und den Antrag auf Sanktionierung stellten wurde dann kurzerhand unser Name aus dem Protokoll gelöscht. Es war wohl der Name der beteiligten Zucht, die sich vor weiteren Fragen schützen wollte und so die Möglichkeit der Löschung unter dem Mäntelchen des Datenschutzes durchsetzte. Jämmerlich wenn man so etwas nötig hat und gleichzusetzen mit Schuldbewusstsein, denn jeder der ein gutes Gewissen hat würde zum Vorgefallenen stehen. So aber bleibt allen nachkommenden Funktionären der Einblick in das tatsächlich Geschehene verwehrt. Genau dies war die Absicht bei der löschung unseres Namens. Heute aber wird ganz offiziell über die Ehrlichkeit der Züchter geschrieben. Da werden Tiere mit Augenerkrankungen, Fertilitätsstörungen, Stoffwechselproblemen usw. zur Zucht eingesetzt ohne darüber zu informieren dass das eigene Tier an solchen Problemen leidet. Als krönender Erfolg solcher Verpaarungen erblicken dann Welpen das Licht der Welt welche im schlimmsten Fall die gesundheitlichen (verschwiegenen und nicht zuchtausschliessenden) Probleme beider Deckpartner in sich vereinen und somit extrem belastet sind. Der Supergau ist noch zu steigern indem diese Hunde auch wieder zur Zucht verwendet (natürlich auch wieder unter verschweigen der „Problemchen“) und die Rasse so von ursprünglich gesund zu krank umgezüchtet wird. Im Internet auch zu sehen sind Welpen welche sich bei einer Ansammlung von Schneeglöckchen tummeln. Dass diese giftig und für Welpen gefährlich sind scheint keinen zu kümmern, da erlaube ich mir die Frage wie viel Verstand und Interesse denn dieser Züchter für seine Tiere tatsächlich hat? Denn dass viele Pflanzen ebenso schön wie giftig sind ist wohl das Minimum an Wissen welches man aufbringen sollte. Sollten diese Welpen dann mit blutigem Durchfall an die Käufer abgegeben werden darf man sich über den Grund nicht wundern.
Aber die Hauptsache scheint sowieso das Exterieur zu sein, besuchen sie mal eine Ausstellung und sie werden sehen, dass diese Tiere welche dann als Champions gefeiert werden keinen Arbeitseinsatz leisten. Wie auch denn dafür – ihren eigentlichen Einsatz und ihr ursprüngliches Arbeitsgebiet – sind sie schlichtweg nicht mehr zu gebrauchen. Viel zu viele Haare die beim Rennen das Gleichgewicht des Kreislaufes stören weil der Körper zu warm und überhitzt wird. Zu kurze Beine und Körper welche nur für den Showring zu gebrauchen sind. Aber selbstverständlich haben alle Papiere und sind von bester Gesundheit und das Produkt einer langen Zuchtplanung.!?
Solange sich jedoch Rüden mit gesundheitlichen Problemen auf der offiziellen Deckrüdenliste befinden, solange ist die Ernsthaftigkeit der Gesundheitserhaltung zumindest fragwürdig. Wenn nun also endlich über so wichtige Aspekte diskutiert wird muss man sich bewusst sein, dass hier sicherlich nur die Spitze des Eisberges zur Sprache kommt. Doch immerhin ist es ein Anfang!
Erstaunlich ist doch auch dass in den meisten Zuchten alle Hündinnen die Qualität zur Zuchthündin haben sollen. Da spielt es keine Rolle dass ein Tier zu klein, das andere vom Wesen her zumindest fragwürdig und das Weitere ansonsten besser nicht zur Zucht verwendet werden sollte. Es gibt bekanntlich auch Einschränkungen welchen ein verantwortungsvoller Züchter von sich aus folge leisten sollte, dies können genetische Vorbelastungen sein oder aber auch konstitutionelle Mängel und vieles andere mehr. Doch dies wird alles unter den Tisch gepackt denn schliesslich kosten die Tiere Geld und sollen für den Züchter minimalst wenigstens selbsttragend sein. Ob dies Sinn und Zweck einer tierliebenden und Rasse verbessernden Hundezucht ist bezweifeln wir in hohem Masse. Dazu gehört auch, dass den Hündinnen das Maximum an erlaubten Würfen auferlegt wird, für uns ist dies die pure Ausbeutung dieses Tieres.
So zieht sich diese Fragwürdigkeit über das gesamte Zuchtwesen und wird in vielen an gesunden Hunden interessierten Kreisen offen diskutiert. Solange aber die Einnahmen eines Hundeklubs nur über Mitgliedschaften und Taxen für Welpen und Dienstleistungen kommen wird sich jeder Klub um seine Züchter bemühen und die Unfälle faktisch ungeschehen machen. Sollte dies der richtige Weg sein hätten wir in der Hundezucht erheblich bessere Ergebnisse vorzuweisen und müssten nicht über die Qualzucht und deren Folgen sowie unbelehrbare „Topzüchter“ nicht nur im VDH diskutieren.
Wenn sich ein Züchter für seine fehl platzierten Welpen nicht mehr interessiert und die Neuplatzierung anderen überlässt kann man sicherlich davon ausgehen, dass Tierliebe bei dieser Zucht nicht im Spiel sein kann. Doch wer seine Welpen im Internetportal Snautz.de an den Käufer bringen muss hat wohl nicht die Erwartung und auch nicht das Interesse den passenden Menschen (Passung) für sein Tier zu finden.
Die finanzielle Situation der Klubs ist ein Problem welches für einige Ungereimtheiten sorgt. Da wird ein gesamter Vorstand als „überfordert“ tituliert und man preist sich an alles besser machen zu können. Nun nach einer Zeitspanne in welcher der Beweis erbracht hätte werden können sieht man, dass offensichtlich etwas sehr grossspurig angepriesen wurde was es erst zu beweisen gilt. Die aktuelle Rechnung ist freundlich ausgedrückt, etwas sehr geschönt dazu kommt, dass etliche erbrachte Dienstleistungen einfach nicht verrechnet wurden. So kann man natürlich auch eine Jahresrechnung erstellen aber wenn dabei dann immer nur ein minimalster „Gewinn“ heraus schaut, welcher bei genauem Hinsehen nicht mal ein Gewinn ist hat man damals ev. doch den Mund etwas zu voll genommen bzw. die damaligen Verantwortlichen zu Unrecht schlecht gemacht. Dass sich einzelne wehrten erledigte man kurzerhand mit dem Rauswurf aus dem Klub. Die abstimmenden Mitglieder wussten zum grössten Teil nicht weshalb sie mich und Familie Schmid streichen sollten taten es aber im Vertrauen auf den Vorstand trotzdem. Dass dies dann als demokratische Abstimmung verkauft wurde macht das Ganze noch skurriler.
Wir sind froh mit dem ganzen unehrlichen Getue nichts mehr zu tun zu haben und trauern dieser Zeit in keiner Weise nach. Trotzdem beobachten wir das Geschehen mit Interesse - aber mit Interesse an der Rasse Samojeden.
Hier noch ein persönliches Erlebnis was es bedeuten kann wenn man die Wahrheit sagt und die falsche Funktionärin involviert ist.
Ich bin auf dem Nachhauseweg vom Hundespaziergang und gehe auf dem Trottoir. Da kommt die Funktionärin mit dem Auto von der ausser häuslichen Arbeit für die Mittagspause nach Hause. Eine Zufallsbegegnung also. Sie schaut aus dem Fenster, erblickt mich und beginnt mich auf absolut dümmliche und genau so primitive Art und Weise auszulachen. Sie fährt dann weiter zu den „ganztägig“ betreuten Welpen. Soviel zu Charakter und Moral einer Funktionärin eines Hundeklubs. Mit Fug und Recht darf an der charakterlichen Eignung dieser Person gezweifelt werden. Selbst erklärend ist auch weshalb sich viele ehemalige Freunde und Bekannte im In- und Ausland von dieser Person abgewandt haben.
Als Abschluss erlaube ich mir einige persönliche Bemerkungen. Alle diese Probleme wurden von mir bereits vor längerer Zeit in diversen Artikeln im Blog aufgenommen. Viele Zuschriften und Telefonate haben uns bewiesen, dass ein echtes Bedürfnis nach Aufklärung in der Zuchtsituation besteht. Schön dass dieses nun auch ganz offiziell bestätigt und vor allem diskutiert wird, zeigt sich doch nun, wie recht wir mit unseren Vorwürfen haben und hatten. Unser Entscheid die Zucht ein zu stellen war absolut richtig!!!!!!!
Jeannette